The Ingolfsson - Stoupel Duo: Judith Ingolfsson, Violin and Vladimir Stoupel, Piano

Presse

Einarmige des Weltkriegs
"Bei einem Konzert im Internationalen Theater in Frankfurt konnte man Schulhoffs äußerst ambitionierte und anspruchsvolle Klaviersuite für die linke Hand nun kennenlernen. Zu danken war das dem Pianisten Vladimir Stoupel, der die fünf Sätze stilistisch fein differenzierte: vom Beginn mit  den  impressionistischen  Valeurs bis zu den perkussiven, toccatenhaften und dissonanten Sätzen in expressionistischen Knallfarben.
In der Sonate  Nr. 2 a-Moll aus der  Sammlung  Opus 27 von Eugene Ysaye arbeitete die Geigerin  Judith Ingolfsson ihre sehr unterschiedlichen Charaktere genau heraus. Und mit der Sonate für Violine und Klavier op. 134 von Schostakowitsch erwiesen sich Stoupel und Ingolfsson schließlich als exzellent eingespieltes Duo.  Sie schärften die Kontraste  des Spätwerks,  dessen  Radikalität und Modernität voll zur Geltung kamen."            
~ Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

"Die Geigerin Judith Ingolfsson und der Pianist Vladimir Stoupel brachten ihre Energie und ihr Können in ein vielseitiges Duoprogramm an der National Gallery in Washington DC ein. Diese zwei ausgezeichneten Künstler erzeugten im Zusammenspiel Momente größter Fantasie."
~ The Washington Post


“Das Duo zeigte beim Schleswig-Holstein Musik Festival eine wunderbare Einheit und spielte fantastisch.” 
~ Hamburger Abendblatt


"Die Violinistin Judith Ingolfsson musizierte mit ihrem Klavierpartner Vladimir Stoupel in Frankfurt/ Main auf höchstem Niveau. Dabei erwiesen sie sich als bestens eingespieltes und sensibel miteinander kommunizierendes Duo." 
~ Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

Booklet AUDITECD Rezensionen:

 

"Mit seinem Divertimento griff Igor Strawinsky die klassische Tradition eines Haydn oder Mozart auf. Er machte das mit der ihm eigenen, stark rhythmisierten Tonsprache, mit der uns diese Aufnahme zu allererst packt. Das Duo Ingolfsson-Stoupel spielt höchst kommunikativ, nimmt die Zuhörer mit auf eine spannende musikalische Zeitreise. Judith Ingolfsson entlockt ihrer Violine eine schier unbegrenzte Palette an Tönen - hier und da filigran und sanft, dann wiederum kraftvoll, energiegeladen. Dabei lässt das Duo nie die hintergründige, humoristische Note des Genres vermissen.

Dmitri Shostakovich hat die Violinsonate op. 134 in seinen letzten Lebensjahren geschrieben, Jahre, die vom körperlichen Verfall des Komponisten gezeichnet sind. Selbst wenn man das Werk nicht zu sehr biographisch deuten sollte, ist der Abgesang an das Leben nicht zu überhören. Mit bestechender Rhetorik arbeiten Judith Ingolfsson und Vladimir Stoupel die recht morbide Stimmung des Werkes heraus. Sie gestalten die Sonate scharf und pointiert im Allegretto, mit schicksalhafter Wucht und einem regelrechten Gewitter an Emotionen im abschließenden Largo."
Bewertung: *****
~ Guy Engels (Pizzicato - N° 219 - 1/2012)

 

"Die beiden Musiker präsentieren ausdrucksstarken, fast zärtlichen Stravinsky, weit entfernt von jeder neoklassizistischen Motorik, die dieser Komponist in den zwanziger Jahren so gerne gepflegt hat. Es handelt sich um einen imaginären Dialog von Stravinsky mit seinem grossen Vorbild Tschaikowsky. Träumerisch und verspielt, mit Delikatesse und Geschmeidigkeit präsentiert das Duo das 'Divertimento'."
~ Hessischer Rundfunk 2 - Kultur

 

"Judith Ingolfsson bietet uns eine bewundernswerte und kraftvolle Version des berühmten Divertimento für Violine und Klavier von Igor Strawinsky. In ihrer Bogenführung glaubt man die franco-belgische Violinschule zu hören. Abgesehen von Ihrer wahrhaft atemberaubenden Virtuosität erkundet Ingolfsson die Ausdruckswelt von Strawinsky mit beeindruckender Intelligenz und meistert dabei in Sekundenschnelle den Übergang von sardonisch-humoristischem zum zutiefst eindringlich-lyrischen Spiel. Eine außergewöhnliche Darbietung, nicht zuletzt dank des perfekten Einklangs und Gleichgewichts mit dem Vortrag des Pianisten Vladimir Stoupel, der seinen Teil zu dieser uneingeschränkt als Erfolg zu bezeichnenden Einspielung beiträgt.

Im Anschluss an Strawinskys Divertimento entführt uns das Duo mit der Sonate op. 134 von Schostakowitsch in eine vollkommen andere Welt. Die hier vorliegende Interpretation der von David Oistrach und dem Komponisten selbst geschaffenen Sonate spielt ebenfalls in einer eigenen Liga. Mit höchst intensiver Dramatik (die uns bis in eisige Höhe führt) gelingt es dem Duo in bewährter Virtuosität (zentrales Allegretto), den dramatischen und tragischen Charakter des Stücks idealtypisch zu vermitteln. Sicher, dieses Rezital entlässt den Hörer musikalisch „erschlagen". Aber es ist für eine gute Sache!"
Bewertung: CD des Monats
~ RESMUSICA (Frankreich)

 

Virtuos und entschlossen
"Zwei große kammermusikalische Werke der russischen Moderne haben die Geigerin Judith Ingolfsson und der Pianist Vladimir Stoupel neu eingespielt:  Das Divertimento von Igor Strawinsky und die Violinsonate von Dmitri Schostakowitsch.

Gewissenhaft und trotzdem mit großer Leichtigkeit präsentieren Judith Ingolfsson und Vladimir Stoupel die beiden Werke. Ihr Strawinsky überzeugt vor allem durch die virtuose Herausarbeitung der lyrischen Melodien. Die Schostakowitsch-Sonate spielen sie ein wenig langsamer als gewohnt, was dem Stück aber durchaus gut tut. Judith Ingolfsson legt sich wirklich hinein in die lang gehaltenen Töne, so dass ein warmer, entschlossener und manchmal auch angriffslustiger Klang entsteht. Gleichzeitig kann sie sich an den leiseren Stellen wunderbar zurücknehmen, bis hin zum sachten, einfühlsamen Pianissimo.

Auch Vladimir Stoupel erweist sich als Kenner seiner beiden Landsmänner, solide liefert er die Grundlage für die Ausflüge der Violine: Ein glasklares Zusammenspiel mit einem sicheren Gespür für die feinen Verästelungen und großen Gegensätze."
Bewertung: *****
~ RBB KULTURRADIO

 

Selbstbewusst und souverän
"So sehen Sieger aus. Die Posen von Judith Ingolfsson und Vladimir Stoupel auf dem Coverfoto ihrer ersten Duo-CD deklarieren das Selbstbewusstsein der Musiker - und nachdem die Aufnahme gehört hat, darf man sagen: zu recht. Mit dem 'Divertimento' von Igor Strawinsky und der Violinsonate op. 143 von Dmitri Schostakowitsch geht das Duo keine Stücke an, in denen die technisch-virtuose Beherrschung des Instruments im Vordergrund steht. Umso mehr fordern sie Geschick im Umgang mit der Literatur des 20. Jahrhunderts, die sich bei den beiden russischen Komponisten einmal mehr als enorm unterschiedlich erweist.

Das Spiel des Duos wirkt aus sich heraus, es wirkt selbstverständlich und dadurch überzeugend. Dass diese Haltung in sämtlichen Facetten der Werke zu erkennen ist, trägt zur Schlagkraft der Platte bei, die in Zusammenarbeit mit Deutschlandradio Kultur bei Audite erschienenen ist. Über den glänzenden Vortrag hinaus steigert den Hörgenuss die glasklare Qualität der Aufnahme.

Die Geschichte von Strawinskys 'Divertimento' für Violine und Klavier ist verwirrend: Tatsächlich handelt es sich dabei um die Bearbeitung einer Bearbeitung. Nach einer märchenhaften Vorrede sprudelt im ersten Satz, der 'Sinfonia', lebhafter Rhythmus empor - erste Dramatik, die das Duo in spritzigem, stets ballastfreien Zusammenspiel offenbart. Die konsequente Leichtigkeit der Tongebung besonders der Violine, die auch in lyrisch-nachdenklichen Passagen beibehalten wird, wirkt in allen Stücken wie ein Wundermittel: niemals zu aufdringlich, immer im Fluss und doch nicht blass. So wird auch der raffinierte Stilmix des zweiten Satzes, 'Danse suisse' (Schweizer Tanz), umgesetzt, der einen Wechsel zwischen folkloristischem und kantablem Gestus fordert. Dazwischen drängt sich ein homophoner Satz, der den Effekt der Verschmelzung der Solostimmen zu scheinbar einem einzigen Akkordinstrument bewirkt. Auch im letzten Satz 'Pas de deux' mit Variationen über ein Adagio-Thema wird der feinsinnige Humor des Komponisten ganz natürlich zum Vortrag gebracht, wenn sich etwa zu einer chansonähnlichen Melodie, in der Ingolfsson endlich die Brillanz ihres Tons in der Höhe darbietet, weiche Staccato-Töne in der Begleitung fügen, oder die Musik an die Unterlegung einer Pantomime-Nummer im Zirkus erinnert, wie in der letzten Variation.

Die Assoziationen, die Schostakowitschs Violinsonate op. 134 weckt, sind hingegen zuallerletzt heiter. Wenn auch nicht unmittelbar düster, so eignet dem Werk zumindest eine zehrende Spannung. Der erste Satz der unkonventionellen Folge ist ein 'Andante': Ein tappender Puls, der sich über das langsame Tempo hinweg durch den Satz zieht, reduzierte Dynamik, Einfälle von Geräuschmusik. Bei anderer Stimmung könnte man von einer großartigen Szene sprechen, die Ingolfsson und Stoupel hier aufziehen. Das 'Allegretto' wirkt im Anschluss erleichternd; paradoxerweise handelt es sich doch um einen aufwirbelnden Satz: Kratzende Töne werden gegen geschmeidige Skalen ausgespielt bei einem ständigen Auf und Ab im Tonraum. Im dritten Satz 'Largo' schließt sich der Kreis des Werkes: Nach dem Höhepunkt von kurzen Solo-Passagen von Klavier und Geige gestaltet das Paar ein flirrendes Ausklingen, mit Verweis auf den Klang des ersten Satzes. Die Spannung jedoch bleibt auch über das Ende hinaus erhalten.

Man darf gespannt sein, ob Judith Ingolfsson und Vladimir Stoupel sich zu weiteren Aufnahmen entschließen. Bewiesen hat das Duo mit den Werken Strawinskys und Schostakowitschs, dass es sich insbesondere auf dem Terrain der Klassischen Moderne wohlfühlt. Und gerade dort braucht es Mut und Selbstsicherheit. Die Musiker haben offensichtlich beides."
~ Klassik.com