Vladimir Stoupel, Klavier

„Vladimir Stoupel zieht den Hörer in einen geradezu rauschhaften Zustand hinein und setzt seine Pianisten-Persönlichkeit als Maß aller musikalischen Dinge.“ (Der Tagesspiegel, Berlin)
Vladimir Stoupel, 1962 geboren, erhielt mit drei Jahren seinen ersten Klavierunterricht. Er studierte am berühmten Moskauer Konservatorium Klavier bei Evgenij Malinin und Dirigieren bei Gennadij Rozhdestwenskij und legte so den Grundstein für eine beachtliche internationale Karriere nicht nur als Pianist, sondern – in jüngster Zeit verstärkt – auch als Dirigent. Fünf Jahre lang war er zudem Schüler des renommierten russischen Pianisten Lazar Berman.
1984 emigrierte Vladimir Stoupel nach Paris und etablierte sich rasch im Konzertleben Frankreichs. Mit dem Wettbewerbserfolg beim Concours Internationale d’Exécution Musicale in Genf 1986 begann sein internationaler Durchbruch. Zahlreiche Soloabende und Konzerte führten ihn seither in die wichtigen Musikzentren ganz Europas und der USA. Als Konzertsolist spielte er mit vielen namhaften Orchestern, wie beispielsweise dem Berliner Philharmonischen Orchester, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Russischen Staatsorchester und dem Lancaster Symphony Orchestra. Er arbeitete dabei mit Dirigenten wie Christian Thielemann, Marek Janowski, Michail Jurowski, Günther Neuhold und Leopold Hager zusammen.
Vladimir Stoupel wird regelmäßig zu international renommierten Festivals wie dem Piano en Valois im französischen Angoulême, dem Printemps des Arts in Monte Carlo, dem Helsinki-Festival, dem Bargemusic Festival New York oder dem Schleswig-Holstein Musikfestival eingeladen. Bedeutende Rundfunk- und Fernsehanstalten (ARTE, Radio France, Deutschlandradio Kultur, Radio Suisse Romande u.a.) produzierten Aufnahmen mit dem Pianisten.
Aufgrund seiner technischen Brillanz, einer außerordentlichen Ausdrucksintensität sowie eines immensen Repertoires, das selten gespielte und moderne Klavierliteratur wie auch eigene Transkriptionen einschließt, genießt Vladimir Stoupel bei Publikum und Presse einen exzellenten Ruf. So charakterisierte die Washington Post sein Spiel als „pianistisches Feuerwerk“, der Berliner Tagesspiegel rühmte Stoupels „knisternde Ausdrucksschärfe“, und die FAZ vergab nach einem Soloabend des Pianisten die Kritiker-Höchstnote „Unvergesslich!“.
Stoupels Interesse, die mitunter starren Verkrustungen des Konzertbetriebs aufzubrechen und sich neben der Pflege der Klassiker auch den zu Unrecht vergessenen „Rändern des Repertoires“ zu widmen, spiegelt sich auch in seinen CD-Einspielungen und vielfältigen kammermusikalischen Aktivitäten wider. So brachte er beispielsweise im Jahre 2007 beim Label EDA unter dem Titel Das Leben der Maschinen eine CD mit Klavierwerken des 20. Jahrhunderts von Georges Antheil, Conlon Nancarrow, Alexander Mossolov u.a. heraus. Seine umfangreiche Diskographie umfasst u.a. das Gesamtwerk für Klavier von Arnold Schönberg (auris subtilis, 2001), das Gesamtsonatenwerk von Alexander Skrjabin (Audite, 2008) – eine viel beachtete Einspielung, für die er u.a. mit dem luxemburgischen Excellentia-Preis ausgezeichnet wurde – sowie die mit dem begehrten Preis der deutschen Schallplattenkritik 2002 prämierte Gesamteinspielung der Werke für Bratsche und Klavier von Henri Vieuxtemps gemeinsam mit dem Bratscher Thomas Selditz.
Seit einigen Jahren hat sich Vladimir Stoupel auch als Dirigent einen Namen gemacht. Er arbeitet regelmäßig u.a. mit der Philharmonie Neubrandenburg, der Polnischen Kammerphilharmonie, dem Kammerorchester von Nîmes, der Berliner Kammerphilharmonie, dem Orquesta Sinfonica de Cuidad d’Oviedo und der Jungen Europa Philharmonie zusammen. Mit seinem eigenen, 1999 gegründeten Ensemble Courage gastiert er in Deutschland und im europäischen Ausland. Ein Schwerpunkt liegt dabei u.a. auf Werken des 20. Jahrhunderts und zeitgenössischen Kompositionen. So debütierte Stoupel äußerst erfolgreich beim isländischen Reykjavík Arts Festival 2009, wo er mit dem Reykjavík Chamber Orchestra Werke zeitgenössischer Komponistinnen (Sofia Gubaidulina, Frangis Ali-Sade u.a.) aufführte. Im Juli 2009 dirigiert er die Werke von Simon Laks mit dem Orchestre Philharmonique de Marseille und im September 2009 wird er die neue Produktion der Schostakowitsch-Oper „Das Märchen vom Popen und seinem Knecht Balda“ am Konzerthaus Berlin leiten.
Neben weiteren geplanten Engagements als Dirigent (u.a. bei den Jüdischen Kulturtagen in Berlin 2009 mit dem Mendelssohn Kammerorchester Leipzig) stehen für den Pianisten Vladimir Stoupel in der Konzertsaison 2009/10 zahlreiche Soloabende und Konzerte an. So wird er im Rahmen der Saisoneröffnung 2009/10 am Konzerthaus Berlin mit Werken von Francois Couperin und George Antheil zu hören sein. Recitals u.a. in Kassel (Musiktage) und Berlin (Konzerthaus) bieten ihm erneut die Gelegenheit, sein Publikum für zu Unrecht vergessene Meisterwerke (Bohuslav Martinu, Karol Rathaus, Erwin Schulhoff u.a.) zu begeistern. Auftritte mit dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt, dem Staatsorchester Kassel und den Brandenburger Symphonikern, um nur einige zu nennen, sind ebenso geplant wie zahlreiche Konzerte mit seiner langjährigen Kammermusikpartnerin Judith Ingolfsson (Violine) in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und den USA.
Französischer Staatsbürger seit 1985, lebt Vladimir Stoupel heute in Berlin.